Ist „kreativ sein“ erlernbar?
in Wissenswertes | by Claudia Fischer | on Oktober 31st, 2008 | 1 CommentOb im Marketing, im Vertrieb oder beim Business-Telefonat … kreativ an anspruchsvolle Aufgaben heranzugehen, ist – darin sind wir uns wohl alle einig- in aller Regel wesentlich Erfolg versprechender, als nach Schema F zu verfahren. So weit, so gut. Doch was uns wirklich umtreibt ist doch die Frage: Lässt sich Kreativität wissentlich steigern oder erlernen?
Offensichtlich schon. Auf der Website der Universität Hannover heißt es dazu wörtlich: „Die Kreativitätsforschung hat, trotz aller Mängel, den Mythos der nur einigen Genies angeborenen Kreativität widerlegt und ermöglicht folgenden Schluss: jedem Menschen wohnt ein kreatives Potenzial inne, das förderbar ist.“
Entscheidend ist demnach unter anderem, dass die Arbeitsteilung der beiden Gehirnhälften richtig erkannt und die sich daraus ergebenden „Systemvoraussetzungen“ beachtet werden: „Eine einseitige Überbetonung der linken (Gehirn)Hemisphäre erschwert oder verhindert den Zugang zur rechten Hemisphäre, sodass z.B. zeichnerische oder gestalterische Qualitäten (bzw. andere kreative Fähigkeiten) nicht zum Ausdruck gebracht werden können. Umgekehrt ‚verspielen’ sich rechtshirndomierte Personen gerne, sodass sie zu keinem Ergebnis kommen oder dieses nicht vermitteln können.“ (Quelle: Universität Hannover)
In einem aktuellen W&V-Artikel zu diesem Thema wird der Hirnhemisphären-Ansatz allerdings durchaus kritisch gesehen. Dort werden dafür einige ganz praktische und kurzfristig anwendbare Tipps zur Steigerung der Kreativität gegeben, die im Alltag durchaus hilfreich sein können. W&V nennt das ganze „Kreativitäts-Push“ und meint, davon insgesamt 6 gefunden zu haben:
Kreativitäts-Push 1:
„Bewegung Ob beim Spaziergang, Joggen oder Wandern – körperliche Aktivität steigert die Blutzufuhr im Gehirn. Und setzt Neurotransmitter frei, die graue Zellen miteinander verbinden.“
Kreativitäts-Push 2:
„Zurückgezogenheit Sich sammeln, sinnieren, Gedanken freien Lauf lassen – das gelingt in Abgeschiedenheit leichter, weil man sich abnabelt von äußeren Störfaktoren. Anders als in einer Gruppe.“
Kreativitäts-Push 3:
„Austausch Das Gespräch mit anderen, mit Kollegen oder Freunden, erweitert die Plattform bereitstehender Informationen und eröffnet Assoziationsräume, die zuvor verschlossen waren.“
Kreativitäts-Push 4:
„Meditation Yoga-Übungen bewirken eine erhöhte Konzentration des Botenstoffs Dopamin. Und der spielt als Mittler zwischen diversen Hirnregionen eine Schlüsselrolle im kreativen Output.“
Kreativitäts-Push 5:
„Lernen Fortbildung in Kleingruppen fördert die Kreativität. Sogar ein Brainstorming im kleinen Kreis führt zu überraschenden Ergebnissen. Voraussetzung: ein repressionsfreies Klima.“
Kreativitäts-Push 6:
„Ein Glas Wein Alkohol, in geringen Dosen genossen, entspannt und versetzt das Gehirn, ähnlich wie Yoga, in einen Zustand erhöhter Aktivität, der Neurotransmitter auf Trab bringt.“ (Alle wörtlichen Aussagen: W&V)
So wichtig Kreativität ist, sollte natürlich jeder für sich sehr sorgfältig abwägen, ob Alkohol – wie von W&V vorgeschlagen – wirklich als Kreativitäts-Puscher Sinn macht.
Gut beraten ist in jedem Fall, wer sich mit den zahlreichen Ideenfindungstechniken auseinandersetzt, die im Laufe der letzten Jahrzehnte entwickelt wurden. Denn damit lässt sich Kreativität in jedem Fall fördern und neue ungewohnte Ideen (im Team oder solo) entwickeln. Wichtig dabei – wie auch von W&V empfohlen – ist, dass neue Denkansätze auch wirklich zugelassen sind – Killerphrasen „… haben wir schon immer so und nicht anders gemacht …“ und analoge Denkblockaden verboten werden.
Tipp dazu: Eine interessante Übersicht gängiger Kreativitätstechniken und gut verständliche Erläuterungen dazu finden Sie hier.
(Quellen: W&V 32/2008; www.laum.uni-hannover.de; www.infoquelle.de)
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