Trainieren Sie Ihr Gedächtnis (Teil 2)

in Wissenswertes | by Claudia Fischer | on Mai 15th, 2009 |

Wenn Sie guten Rednern auf den Spickzettel sehen, werden Sie feststellen, dass dort nur die Schlüsselwörter – sprich der „rote Faden” – niedergeschrieben sind.

Lange Texte frei vortragen

Auch Sie schaffen es, Reden zu halten – sogar ganz ohne Spickzettel. Formulieren Sie aus den Hauptpfeilern Ihres Vortrags einzelne Keywords, anhand derer Sie den Vortrag später rekonstruieren werden. Nun gilt es, diese Keywords fest im Gedächtnis zu verankern, damit Sie sich später an sie erinnern.

Dazu bauen Sie sich sogenannte „mentale Briefkästen” (wie unter anderem von Markus Hofmann. Nehmen Sie den Körper zur Hilfe, an dem Sie 10 solcher imaginären Briefkästen „installieren”, die Sie an Ihre Keywords erinnern werden. Fangen Sie unten bei den Füßen an und gehen Sie weiter über Knie, Oberschenkel, Gesäß, Taille, Brust, Schulter, Hals, Gesicht und die Haare.

Verknüpfen Sie nun Ihre Füße mit dem ersten Keyword und stellen Sie sich es am besten bildhaft vor. Weiter geht es mit den anderen Körperteilen.

Ein Beispiel: Das erste Schlüsselwort heißt „Wirtschaftswachstum”. Dieses Wort verbinden Sie mit dem ersten Briefkasten, den Zehen. Stellen Sie sich vor, wie auf Ihren Zehen eine gut besuchte Wirtschaft (Kneipe) steht. Die Kneipe wird immer größer und platzt aus allen Nähten. Das zweite Schlüsselwort ist „Cash-Flow”. Stellen Sie sich jetzt vor, wie aus Ihrem Knie Geld herausfließt. Das dritte Schlüsselwort lautet „Konkurrenz”. Auf Ihrem Oberschenkel sitzt der Konkurrent aus Asien.

Namen visualisieren und merken

Nutzen Sie dieses Wissen auch, um sich beim Telefonieren die Namen Ihrer Ansprechpartner besser einzuprägen. Meine Erfahrung: Unser Gehirn denkt und speichert in Bildern und ruft in Bildern wieder auf. Deswegen ist es sinnvoll, wenn Sie Ihren Ansprechpartner „sehen”.

Schauen Sie sich dazu am besten Ihren Gesprächspartner in Xing an. Sie bekommen so ein Bild von ihm, er wird für Sie „lebendiger”.

Stellen Sie sich vor: Ihr Ansprechpartner heißt Hagen. Suchen Sie sein Bild in Xing oder auf der Unternehmens-Website. Wenn Sie nun feststellen, dass er ein markantes Kinn hat, merken Sie ihn sich als „Kinn-Hagen” – abgeleitet von „Kinnhaken”. Schon haben Sie eine sehr effektive Eselsbrücke, um sich an seinen Namen zu erinnern.

Je mehr Sie diese Anwendungen üben, umso leichter wird es Ihnen fallen, Bilder zu kreieren und abzurufen. Und ganz nebenbei werden Sie Spaß daran finden, sich humorvolle Assoziationen zu Ihren Gesprächspartnern auszudenken.

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